Erleben
Wo kann man ein Stück Geschichte live erleben?
Damals bis heute
Von der Pädagogischen Akademie über das Bundeshaus zum World Conference Center Bonn: Hier tagte bereits der Parlamentarische Rat, die Bundesrepublik nahm 1949 ihre ersten Schritte, und über Jahrzehnte wurde an diesem Ort Politikgeschichte geschrieben. Mit dem Umzug von Parlament und der Regierung nach Berlin begann schließlich ein neues Kapitel. Heute kommen im World Conference Center Bonn Menschen aus aller Welt zusammen, um über die Fragen von morgen zu verhandeln.
Wussten Sie, dass…
Bonn nur mit knapper Stimmenmehrheit Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland wurde? Und wussten Sie, dass zwei unserer Boarding Häuser nach Theodor Heuss und seiner Frau Elly Heuss-Knapp benannt sind?
Mehr zur Geschichte des Bundeshauses, des Boarding Hauses an der Heussallee und unseres Hauptgebäudes lesen Sie hier.
Zeitleiste
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1930 – 1933
Bau der Pädagogischen Akademie im Bauhausstil
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1948 – 1949
Die Aula der Akademie dient als Sitzungssaal des Parlamentarischen Rates
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1949
Hans Schwippert erweitert die Akademie um einen Plenarsaal
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10. Mai 1949
Bonn erhält mit 33:29 Stimmen den Zuschlag als vorläufiger Sitz der Bundesorgane
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7. September 1949
Erste Sitzung des Deutschen Bundestages im Plenarsaal
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3. November 1949
Die Hauptstadtfrage wird endgültig zugunsten Bonns geklärt, die Akademie wird zum Bundeshaus
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Anfang 1970er – 1987
Planung eines Neubaus des Plenarsaals, 1987 Abriss des alten Saals
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1986–1992
Bauzeit des neuen Plenarsaals, Abgeordnete tagen währenddessen im benachbarten Wasserwerk
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30. Oktober 1992
Einweihung des neuen Plenarsaals von Günter Behnisch
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1. Juli 1999
Letzte Sitzung des Deutschen Bundestages in Bonn
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1996
Beginn der Ansiedlung von UN-Einrichtungen in Bonn
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27. Februar 2002
Bellevue-Vertrag: Planung der Erweiterung des Kongresszentrums beginnt
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2007
Grundsteinlegung für die Erweiterung des Kongresszentrums, das IKBB (Internationales Kongresszentrum Bundeshaus Bonn) bekommt seinen heutigen Namen: World Conference Center Bonn
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Juni 2015
Feierliche Eröffnung des Hauptgebäudes des WCCB, beide Gebäude bieten zusammen Platz für bis zu 7.000 Personen
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Ende 2015
Wasserwerk und Pumpenhaus werden an die Vereinten Nationen übergeben
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November 2017
Weltklimakonferenz COP23 mit 22.000 Teilnehmenden aus 190 Ländern — bislang größte internationale Konferenz in Deutschland
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Gegenwart
Im WCCB finden seit vielen Jahren zahlreiche Veranstaltungen statt. Das Gebäude bietet vielseitige Nutzungsmöglichkeiten für einzigartige Events – vom Kongress bis zur Galaveranstaltung
Meilensteine
© DBT / Presse-Service Steponaitis
Die Pädagogische Akademie
Von 1930 bis 1933 entstand auf dem Gelände des heutigen sogenannten Bundeshauses (ein Teil davon ist der ehemalige Plenarsaal des Deutschen Bundestages) eine in Bonn neu eingerichtete Pädagogische Akademie, ein im Bauhausstil errichtetes Gebäude mit einer südlich vorspringenden Turnhalle. Die Aula der Akademie diente von 1948 bis 1949 als Sitzungssaal des Parlamentarischen Rates.
Der Plenarsaal von Hans Schwippert
Um der Stadt Frankfurt am Main als Mitbewerber um den Regierungssitz zuvorzukommen, beauftragte die Stadt Bonn den Aachener Architekten Hans Schwippert 1949 mit der Erweiterung der Akademie um einen Plenarsaal. Er schuf innerhalb weniger Monate im Anschluss an die ehemalige Turnhalle, die zum Foyer umgebaut wurde, einen Sitzungssaal für 520 Abgeordnete und eine Tribüne für 400 Besucher.
© DBT / Presse-Service Steponaitis
© DBT / Presse-Service Steponaitis
Die erste Parlamentssitzung
Am 10. Mai 1949, zwei Tage nach der Verabschiedung des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland, erhielt Bonn in geheimer Abstimmung des Parlamentarischen Rates mit 33 zu 29 Stimmen die Stimmenmehrheit und wurde somit zum „vorläufigen Sitz der Bundesorgane" ernannt. Am 7. September 1949 fand im Plenarsaal die erste Sitzung des Deutschen Bundestages statt.
Das Bundeshaus
Am 3. November 1949 wurde die Hauptstadtfrage durch den 1. Deutschen Bundestag schließlich endgültig zugunsten von Bonn geklärt. Die Akademie wurde zum Bundeshaus. In die Aula zog der Bundesrat und blieb dort bis zum Umzug nach Berlin im Jahr 1999. Der Deutsche Bundestag tagte bis Mitte der 1980er Jahre in der erweiterten ehemaligen Turnhalle der Pädagogischen Akademie, an deren Stelle heute der Plenarsaal von Behnisch & Partner steht.
© DBT / Presse-Service Steponaitis
Der Plenarsaal von Günter Behnisch
Erste Pläne für einen Neubau des Plenarsaals gab es bereits Anfang der 1970er Jahre. Die Architektengruppe Behnisch & Partner aus Stuttgart gewann den Wettbewerb „Bundestag und Bundesrat" mit der Auflage, ihren Entwurf noch einmal zu überarbeiten. Planungen und Diskussionen dauerten über Jahre, bis die Abgeordneten sich 1981 zunächst für den Umbau der alten denkmalgeschützten Tagungsstätte entschieden. Nach weiteren Voruntersuchungen und Diskussionen wurde der alte Saal 1987 doch abgerissen. An gleicher Stelle sollte der Neubau mit angeschlossenem Präsidialbau und Restaurant errichtet werden.
Vom Wasserwerk, in den Plenarsaal in Bonn und 1999 nach Berlin
1988 wird schließlich mit dem Bau begonnen. Nach 20 Jahren Planungen und Änderungen wird der Plenarsaal nach fünfjähriger Bauzeit am 30. Oktober 1992 eingeweiht. Während der Bauzeit tagten die Abgeordneten im benachbarten ehemaligen Wasserwerk (1986–1992). Hier wurde über die Wiedervereinigung Deutschlands entschieden und hier beschloss der Deutsche Bundestag am 20. Juni 1991, seinen Sitz nach Berlin zu verlegen. Am 1. Juli 1999 fand im Plenarsaal die letzte Sitzung des Parlamentes in Bonn statt.
© DBT / Presse-Service Steponaitis (alle drei Aufnahmen)
Das World Conference Center Bonn
Seit Herbst 1999 ist der ehemalige Plenarsaal Teil des World Conference Center Bonn. Das Wasserwerk wurde dem benachbarten Campus der in Bonn ansässigen Organisationen der Vereinten Nationen hinzugefügt und soll dort nach Umbaumaßnahmen für kleinere Veranstaltungen der Vereinten Nationen genutzt werden.
Bonn – Bundesstadt der Vereinten Nationen
Mit der Ansiedelung von Sekretariaten und Einrichtungen der Vereinten Nationen in Bonn wurde 1996 begonnen. Heute sind auf dem Campus der Vereinten Nationen mehr als 27 Organisationen der Vereinten Nationen mit rund 1.500 Beschäftigten beheimatet. Eine Stadt, die Sitz der Vereinten Nationen ist, braucht eine passende Konferenz-Infrastruktur auch für große Vertragsstaatenkonferenzen.
Die Erweiterung des Kongresszentrums
Mit dem Bellevue-Vertrag, geschlossen am 27. Februar 2002, begann die Planung für eine Erweiterung des Bonner Kongresszentrums. Seit 2015 stehen mit dem Hauptgebäude des World Conference Center Bonn deutlich erweiterte Kapazitäten für Veranstaltungen aller Art zur Verfügung. Das Kongresszentrum bietet in seinen beiden Gebäuden – dem Plenargebäude und dem Hauptgebäude – Platz für Events mit bis zu 7.000 Personen.
Internationaler Kongressstandort Bonn
Die Bundesstadt Bonn kann mit dem World Conference Center Bonn immer wieder zeigen, dass sie als Kongressstandort auch für große Tagungen geeignet ist. Beispiele sind zwei Weltklimakonferenzen, die Süßwasserkonferenz, die Afghanistan-Konferenzen, die Internationale Konferenz für erneuerbare Energien, die UNO-Vertragsstaatenkonferenz für biologische Artenvielfalt und die G20-Außenministerkonferenz. Im November 2017 fand in Bonn die letzte Weltklimakonferenz (COP23) statt. Es war mit 22.000 Teilnehmern aus 190 Ländern die bislang größte internationale Konferenz in Deutschland.
© Stadt Bonn / M. Sondermann
Das Hauptgebäude
Auf dem Areal des Hauptgebäudes des World Conference Center Bonn (WCCB) befanden sich bis in die 2000er Jahre die Villa Dahm sowie das so genannte Bundesbüdchen.
Die Villa Dahm diente seit 1955 als Sitz der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft (DPG). Mit dem Umzug der DPG nach Berlin schenkte der Bund die Villa 1999 der Bundesstadt Bonn und im Mai 2005 wurde der Abriss des bis zuletzt denkmalgeschützten Gebäudes beschlossen, weil auf dem Gelände die Erweiterung des WCCB entstehen sollte.
In unmittelbarer Nähe der Villa Dahm und schräg gegenüber dem Eingang zum Bundesrat stand das so genannte „Bundesbüdchen". Seit 1957 betrieb die Familie Rausch diesen Kiosk, an dem die Bonner Politikprominenz Tageszeitungen, Comics oder Brötchen kaufte. Zu den Stammkunden zählten zahlreiche Spitzenpolitiker, Abgeordnete und Journalisten aus der ganzen Welt. Friedrich Nowottny verkaufte 1981, nach einer verlorenen Wette bei „Wetten, dass...?", Würstchen im Bundesbüdchen für einen guten Zweck, eines davon an Loki Schmidt, Ehefrau des damaligen Bundeskanzlers Helmut Schmidt. Am Büdchen waren ebenfalls Herbert Wehner sowie Franz Josef Strauß Kunden. Außerdem ließ Helmut Kohl regelmäßig seinen Fahrer Brötchen besorgen. Im Oktober 2006 musste das Bundesbüdchen dem geplanten Erweiterungsbau des WCCB weichen. Es wurde verladen und eingelagert, bis es dann im Mai 2020 seinen jetzigen Platz an der Ecke Heussallee / Platz der Vereinten Nationen fand.
Im Jahr 1996 begann die Ansiedelung von Sekretariaten und Einrichtungen der Vereinten Nationen in Bonn. Eine Stadt, die Sitz der Vereinten Nationen ist, braucht eine passende Konferenz-Infrastruktur auch für große Vertragsstaatenkonferenzen. Nach Unterzeichnung des Bellevue-Vertrags, geschlossen am 27. Februar 2002, begann die Planung für die entsprechende Erweiterung des Bonner Kongresszentrums rund um den ehemaligen Plenarsaal. Mit Verzögerung und nach einem Bauskandal stehen nun seit 2015 mit dem Hauptgebäude des World Conference Center Bonn deutlich erweiterte Kapazitäten für Veranstaltungen aller Art zur Verfügung. Das Kongresszentrum bietet heute in seinen beiden Gebäuden – dem Plenargebäude und dem Hauptgebäude – Platz für Events mit bis zu 7.000 Personen.
Historie der Abgeordneten-Apartmenthäuser an der Heussallee
In den Jahren 1965 bis 1966 wurden zur Unterbringung von Abgeordneten des Deutschen Bundestages drei Apartmenthäuser auf der damaligen Siebengebirgsstraße (heute Heussallee) errichtet.
Die zweigeschossigen, im Grundriss nahezu quadratischen Gebäude, knüpfen stilistisch an die kubischen Bauformen der 1920er und 1930er Jahre an. Flachdächer und weiß getünchte Fassaden nehmen Bezug auf die „weiße Architektur" der ehemaligen Pädagogischen Akademie (das spätere Bundeshaus). In den Gebäuden sind die Apartments um eine zentrale Halle mit Treppenhaus angeordnet, in die durch Oberlichtkuppeln Licht einfällt. Alle Apartments wurden identisch eingerichtet und auch heute noch sind die ursprünglichen Grundrisse im Wesentlichen erhalten.
Die Gebäudegruppe ist eingebettet in eine Grünanlage und gekennzeichnet von Leichtigkeit und Transparenz – ein bestimmendes Merkmal für den Wohnbau der 1960er Jahre.
Die unter Denkmalschutz stehenden Apartmenthäuser wurden bis zum Umzug des Deutschen Bundestages 1999 nach Berlin von Abgeordneten aller Fraktionen bewohnt.
Architekt: Bundesbaudirektion mit Planungsgruppe Manfred Adams, Günther Hornschuh, Peter Türler, Georg Pollich (spätere Planungsgruppe Stieldorf) Gartenarchitekt: Heinrich Radeschall
Boarding Haus an der Heussallee – „Haus Theodor"
Theodor Heuss war ein herausragender deutscher Politiker und der erste Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland. Geboren am 31. Januar 1884 in Brackenheim, widmete sich Heuss zeitlebens dem demokratischen Ideal und setzte sich für Freiheit, Toleranz und soziale Gerechtigkeit ein.
Heuss war während der Weimarer Republik als Journalist und Schriftsteller tätig. Seine politische Laufbahn begann in den 1920er Jahren, als er sich in der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) engagierte. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten musste er aufgrund seiner politischen Überzeugungen emigrieren.
Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte Theodor Heuss zu den Gründervätern der neuen deutschen Demokratie. So nahm er als Mitglied des Parlamentarischen Rates großen Einfluss auf die Formulierungen des neuen Grundgesetzes. 1949 wurde Heuss zum Bundespräsidenten gewählt und übte dieses Amt bis 1959 aus. Als Staatsoberhaupt setzte er sich für die Integration Deutschlands in die internationale Gemeinschaft, die Aufarbeitung der Vergangenheit und den demokratischen Wiederaufbau ein.
Nach seinem Ausscheiden aus dem Amt des Bundespräsidenten widmete er sich weiterhin gesellschaftlichen und kulturellen Themen. Er verstarb am 12. Dezember 1963 in Stuttgart.
Boarding Haus an der Heussallee – „Haus Elly"
Elly Heuss-Knapp war eine bemerkenswerte deutsche Sozialpolitikerin und die Ehefrau des ersten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland, Theodor Heuss. Geboren am 3. Januar 1881 in Straßburg, widmete sie ihr Leben dem sozialen Engagement und setzte sich besonders für die Belange von Frauen und Kindern ein.
Nach dem Zweiten Weltkrieg spielte Elly Heuss-Knapp eine wichtige Rolle beim Wiederaufbau der deutschen Gesellschaft. Sie gründete 1949 das Müttergenesungswerk, eine Organisation, die sich der Erholung und Gesundheit von Müttern widmete.
Elly Heuss-Knapp verstarb am 19. Juli 1952 in Stuttgart, hinterließ jedoch ein bedeutendes Erbe im Bereich der Sozialpolitik. Ihr Vermächtnis wird als wegweisend für die Entwicklung der Sozialpolitik in der Nachkriegszeit betrachtet.
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Quellen zu Teilen der Inhalte:
www.bundestag.de · www.bundespraesident.de · www.wikipedia.org · www.hausaufderalb.de
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